work hard, play hard, oder mach einfach mal hard den kopp zu.

was ich heute nicht geschrieben habe war das hier:

findet ihr es nicht tendenziell eklig, den leuten einzureden, genau so zu funktionieren wie es von ihnen erwartet wird sei ihre persönliche entscheidung für einen arschcoolen lifestyle? mich schüttelt jedenfalls schon der gedanke, dass es solche angepassten lappen wie eure zielgruppe überhaupt gibt, denen man für die verwendung des wortes „punk“ den mund mal mit seife auswaschen sollte.

schreiben wollte ich es an die pinnwand des obey-capitalism-zentralorgans mit dem (fensterein)schmissigen namen Business Punk. nicht weil „punk“ und seinen lebensunterhalt verdienen sich ausschließen; aber weil es definitiv nichts miteinander zu tun hat. scheiße genug, dass wir arbeiten gehen müssen und dass unser leben sich ständig um kohle dreht. aber ein blatt zusammenzuklöppeln, das irgendwie versucht das ganze auch noch zu etwas wildem zu machen, wo es eigentlich kaum was langweiligeres gibt, ekelt mich sogar zu sehr an, um mir auch nur professionellen respekt abzuringen.

und dann dachte ich mir, dass da jedes wort zu viel ist. wer für sich entschieden hat, sich zu fügen und von außen – plattsprech: vom kapitalismus – vorgegebene werte (also eigentlich singular: geld halt) zu seinen zu machen, der muss sich das schön reden. und der will dann eben trotzdem auch irgendwie rebell sein. und wenn er nur ne zeitschrift kauft, die rebell umdefiniert. also eigentlich: ne arme (möchtegern)reiche wurst.

und wer das für sich anders entschieden hat, darf das kaum noch laut sagen und muss sich tagelang in frankfurt mit einer autoritären polizeistaatsartigen situation auseinandersetzen, die auch keinen spaß macht. ist aber immerhin schön, nicht über taschen am letzten hemd nachdenken zu müssen. empfohlen sei den Business Punks statt ihrer doofen zeitschrift nämlich lieber mal ein blick in das buch einer australischen sterbebegleiterin – unter den dingen, die sterbende am meisten bedauern, findet sich „dass ich nicht mehr geld verdient habe“ wenig überraschend: nicht.


Flattr this

Advertisements

~ von superjule - Mai 27, 2012.

2 Antworten to “work hard, play hard, oder mach einfach mal hard den kopp zu.”

  1. Wie wahr, wie wahr. Kann mir aber bildlich vorstellen, wie sich die Zielgruppe gegenseitig High Five gibt, weil sie endlich als endcool wahrgenommen wird. Allerdings nur so von anderen Möchtegern-Business-„Punks“. Scheisspack.

  2. He he he 🙂 Sehr schön. http://www.youtube.com/watch?v=18s_Tc4POsE

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s